Kurzbeschreibung:
Was ist Tantrische Körperpsychotherapie TKPT®
Was ist „Tantrische Körperpsychotherapie TKPT®“ mit den Spezialbereichen „Tantrische Beziehungs- und Sexualtherapie“ und „Tantrische Traumatherapie“?
Die Tantrische Körperpsychotherapie TKPT® ist ein von mir in 2006 gegründetes psychotherapeutisches Verfahren auf tantrischer Grundlage, mit neuen Ansprüchen an die Psychotherapie. Sie ist ein Ergebnis dessen, was ich selbst in meinen Leben lernen und erfahren durfte. Es bestand bis 2011 eine Kooperation mit dem Tantrameister und Sexualexperten Andro Rothe.
In 2007 wurde die TKPT als neues therapeutisches Verfahren patentiert und somit rechtlich geschützt.
Aus der therapeutischen Praxis heraus erweiterte sich die TKPT schließlich um die Spezialbereiche „Tantrische Beziehungs- und Sexualtherapie“ und „Tantrische Traumatherapie“. Die TKPT selbst unterliegt dem ständigen Lernen und Erweitern.
Grundsätzliches:
Die beste Psychotherapie ist die, welche Leiden und psychische Erkrankungen erfolgreich verhindern kann und dem leidenden und suchenden Menschen Wege eröffnet, um sich ein vielfältiges und lustvolles Leben gestalten zu können. So kann eine psychische Erkrankung verhindert werden, bevor sie entsteht.
Die TKPT vereint auf tantrischer Grundlage psychotherapeutische, körpertherapeutische, sexualtherapeutische und traumatherapeutische Aspekte und möchte dem Leben des suchenden Menschen in seiner vollständigen Komplexität im Innen und Außen begegnen. Dazu geht die TKPT auch neue Wege im Setting und im Anspruch an die menschliche Kompetenz des Therapeuten. Die TKPT ist ein direktives und individuelles Verfahren, welches den therapeutischen Fokus auf die Dinge und Ressourcen im Menschen legt, welche ihm fehlen, nicht entwickelt, nicht erfahren, nicht gelernt und daher auch nicht gelebt wurden. Dies wird in der Therapie nachgelernt, nacherfahren und in das Leben installiert. Diese Erfahrungen sollen auf möglichst vielen Sinnesebenen wiederholt erlebt werden, damit der hilfesuchende Mensch sein Leben zukünftig freudvoll, lustvoll und lebenswert gestalten kann.
Tantrische Grundlage:
Im Tantra heißt es, dass jeder die alleinige Verantwortung für sein Leben hat und dass er der Gestalter seiner Realität ist. So kann ein Tantrischer Körperpsychotherapeut ein Wegbegleiter und Vorbild sein, helfen sich zu erkennen und zu erfahren, zu reifen und zu finden.
Die tantrische Einstellung des Therapeuten hat nur insoweit etwas mit dem Suchenden zu tun, dass er sich seiner Verantwortung bewusst ist, einem anderen Menschen zu helfen, seinen eigenen Weg zu finden. Tantra ist kein Glaube, der gepredigt wird, Tantra ist eine Lebensphilosophie. Doch sie ist nur die Einstellung des Therapeuten, der mit viel Herz und seinem ganzen Sein und Wissen dem Suchenden begegnet. Der Therapeut erhebt keinerlei tantrischen Anspruch an den Klienten, das heißt, er möchte ihn nicht zu Tantra „bekehren“. Tantra kommt in das Leben eines Menschen, wenn es für ihn so richtig ist und sein soll.
Im Tantra heißt es auch: „Alles an dir ist göttlich und verehrenswert“. Es ist die dienende Haltung des Therapeuten gefragt, den Suchenden zu verehren und in seinem Suchen die Göttlichkeit zu erkennen, welche in ihm wohnt. Dies aufzunehmen, ihm zu zeigen, zu erklären, zu lehren, zu vermitteln, damit er sich entwickeln und zu der Fülle und Vielfalt gelangen kann, die er leben möchte.
Jeder einzelne geht durch sein Leben, um jeweils Dinge zu lernen, Aufgaben zu erfüllen, die ihn seiner Vollkommenheit näher bringen sollen, um sie einmal zu erreichen. So ist er in jedem seiner Leben um zu lernen. Dazu muss er die Aufgaben erkennen und sie sich gestalten können. Welche Aspekte hat also der Einzelne in seinem Leben zu erkennen, zu leben und zu erfüllen, um seiner Vollkommenheit näher zu kommen? Damit ist jeder ein Original auf dem Weg zur Vollkommenheit und Erleuchtung, so ist alles an ihm göttlich und verehrenswert.
In der therapeutischen Arbeit geht es darum zu erkennen und zu erarbeiten, was dem Einzelnen ganz speziell und individuell fehlt, damit sein Leben für ihn gut ist und er seine Lebensaufgaben erfüllen kann. Wir gehen daher in der Therapie gemeinsam in sehr naher, auch körperlicher, persönlicher, intimer und spielerischer Weise daran, diese Aspekte herauszufinden, sie ganz praktisch zu erlernen und in das Leben zu installieren. Es ist ein sehr individueller und kreativer Weg, den Suchenden zu seiner Originalität zu begleiten.
Zielgruppe der TKPT:
Die Tantrische Körperpsychotherapie TKPT® wendet sich an seelisch suchende, lernende, leidende, hungernde und dürstende Menschen.
Suchende, die an Wegscheiden stehen, sich Veränderungen in ihrem Leben wünschen, Antworten und neue Orientierungen suchen, die sehen, dass sie ihr Leben und ihre Einstellungen überdenken sollten, um zu einem guten Selbst- und Lebensgefühl zu gelangen.
Lernende, die einen neuen, guten und grundsätzlichen Zugang zu ihrem Körper und Fühlen finden wollen, um sich als körperlichen-emotionalen-lustvollen Menschen zu erfahren oder dies in einer verehrenden und annehmenden Form zu erlernen.
Leidende, die sich von Traumatisierungen befreien wollen. Die Lebensfreude und Vielfalt anstreben, um sich von den Folgen schwerer Lebensereignisse und -umstände zu befreien. Die es leid sind stillzustehen, die Fülle um sich herum nur zu beobachten, ohne Teil dessen sein zu können.
Seelisch Hungernde, die aus unguten und verletzenden Beziehungsstrukturen heraus wollen, sich vielleicht nie wirklich in Beziehungen voller Offenheit, Nähe und Vertrauen hinein geben konnten. Nun wollen sie aber – auch mit Anderen – Vertrauen, Offenheit, Nähe, Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, Erotik, Lust und sexuelle Liebesfähigkeit entdecken, erlernen und leben.
Sexuell Dürstende, die erkannt haben, dass sie die Komplexität und Möglichkeiten an Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, Lust, Geilheit und Ekstase vielleicht nie wirklich umfassend erlernt, begriffen, genutzt und gelebt haben und dies nun lernen wollen.
Die einzelnen Aspekte der
Tantrischen Körperpsychotherapie TKPT®
Psychotherapie: „Erkenntnis“
Im Tantra heißt es weiter: „Was hier ist, ist Wirklichkeit, was nicht hier ist, ist Nirgendwo.“ Die Suchenden können einen Erkenntnisweg gehen um zu erkennen, was an ihnen göttlich und verehrenswert ist, welche Aufgaben sie in ihrem Leben haben, wie sie Gestalter ihrer Realität sein können. Dies stellt in der Therapie hohe analytische und kognitive Ansprüche an den Therapeuten, aber auch an die Suchenden. Zwar muss die Vergangenheit erkannt sein, doch auf ihr liegt nur insoweit das Interesse, damit die Suchenden Zusammenhänge erkennen und Ursachen finden können. Die Geschichte ist bald nicht mehr das Thema, denn was Heute und Jetzt da ist als Realität, mit dem kann verändernd umgegangen werden. Nur was gerade ist, das ist die Wirklichkeit der Suchenden. Denn was gelebt ist, kann nicht mehr verändert werden, es kann lediglich zur Erkenntnis führen. Aber Heute und Jetzt haben die Suchenden die Möglichkeit, ihr Leben zu verändern, es neu zu bestimmen, anders zu gestalten, damit das Morgen für sie Vielfalt und Fülle bedeuten kann. Somit ist die TKPT keine klassisch aufdeckende Therapie. Doch soll sie zur Erkenntnis des Einzelnen führen. Die Therapie verlangt viel Einlassen und Einsatz von den Suchenden ab. Einlassen, vertrauen, sich öffnen und mutig sein, um sich selbst zu begegnen und sich für Entwicklungen und neue Erfahrungen einzusetzen.
Traumatherapie: „Überwindung“
Das Leben bringt leider manchmal Schicksalsschläge und Traumatisierungen mit sich. Wenn ein Mensch in Therapie kommt, sind Traumatisierungen bereits erlebt und erlitten, sie sind zeitlich gesehen Vergangenheit. Daher ist dieses Geschehen nicht mehr ungeschehen zu machen. Das Leiden daran kann vielleicht Erkenntnis bringen, aber keine Auflösung dessen.
So kann der eine Mensch das Erlebte als etwas Ungutes ablegen. Er erkrankt daran psychisch nicht, leidet daran nicht anhaltend, selbst wenn er trauert. Das Leben und Erleben geht weiter. Dies wäre der positive Verlauf.
Wenn diese Erlebnisse bereits gelebt und somit Vergangenheit sind, was geht dann schief, wenn ein Mensch anhaltend daran leidet? Die Betroffenen können in fatale Mechanismen geraten, die ihnen das Leben verhindern. Sie können am Erlebten haften bleiben, sich ständig damit beschäftigen, sich darum drehen, bis sie schließlich ihr Leben nicht mehr leben und gestalten können. Jegliche Lebensvision, Lebensfreude und Lebensplanung erlischt. Durch dieses Anhaften und Erstarren bleiben sie in ihrem Lebensfluss stehen. Dieses Stehenbleiben verhindert weiter zu leben, nämlich mit sich selbst und anderen zu erfahren, zu begegnen, positiv zu fühlen, lustvoll zu leben. Sie können ihr Leben nicht mehr leben, wie sie es eigentlich wollten, um sich zu erfüllen.
Somit ist der Verlust der Lebendigkeit der eigentliche Schaden einer Traumatisierung.
In der Therapie stellt sich dann die Frage nach der Komplexität des „Lebensmangels“. Was haben sie versäumt zu leben? Was haben sie vielleicht nie gelernt, gefühlt, erlebt, gelebt? Worauf haben sie sich nie mehr eingelassen? Was haben sie mit ihrem Körper nicht mehr gefühlt, was an Begegnung nie durchlebt, was an Lust nie erfüllt?
In der Therapie geht es genau um diese Dinge, um das was fehlt. Das Durchlebte steht nur als Wissen, als Auslöser im Raum, ist aber nicht Thema der Therapie. Es geht darum, das was fehlt zu lernen, zu erfahren, zu fühlen und dies alles wieder ganz konkret in das Leben der Traumatisierten zu bringen, dort fest zu verankern, damit die Betroffenen wieder an der Fülle, der Liebe, der Lust und der Vielfalt ihrer Existenz teilhaben und sie aktiv gestalten können.
Körpertherapie: „Selbsterfahrung“
Ein alter weiser Lehrsatz in der Psychotherapie heißt: „Emotio steht über der Ratio“. Das Fühlen steht immer über der rationalen Erkenntnis. Es reicht nicht zu erkennen, wenn es dies auch zur Veränderung braucht. Das Erkennen braucht fühlbare Antworten, braucht direkt körperlich, sinnlich fühlendes Nachlernen und Erfahren. In unserem Hirn wird Neues nur dauerhaft verankert, wenn es körperlich mit möglichst allen Sinnen immer wieder erfahren wurde. Dann erkennt unser Hirn, dass hier wohl etwas Wichtiges los ist und lässt das Erlernte neue Wirklichkeit im Leben der Suchenden sein.
So wird in der Selbsterfahrung gefühlt, berührt, erfahren, gelernt, damit Neues entstehen darf. Dieser Prozess geht bei den Einen schneller, bei den Anderen langsamer, doch dies ist unerheblich. Jeder ist einzigartig und lernt in seiner Weise. Wenn wir einem Menschen begegnen, dann begegnen wir ihm nur wirklich, wenn dieser uns fühlend wahrnehmen kann. In Berührung kann sich der Mensch spüren, sich wahrnehmen, in sich ein Fühl- und Körperbild entwickeln, sich und seiner Seele nahe kommen. Misshandlungserfahrungen verhindern körperliche Zugänge manchmal so grundlegend, dass die Suchenden als fast unberührbar bezeichnet werden müssen, wenn sie in Therapie kommen. So lernen sie auch, sich in der für sie richtigen Weise zu begegnen. Spielerisch erfahren sie, was für sie fühlend richtig und wichtig ist. Sie lernen sich mit ihren Bedürfnissen kennen und diese im Alltag zu erfüllen. Sie erproben wie gute Beziehungen für sie aussehen, wie Nähe, Vertrauen, Annahme und Geborgenheit sich für sie anfühlen können.
Dies alles darf in den Settings erfahren werden, damit es anschließend in den „Hausaufgaben“ im Alltag zu Hause integriert und eingeübt werden kann. So ist ein schöner Aspekt der direktiven und kreativen TKPT, dass es umgehend Veränderungen und Verbesserungen im Leben der Suchenden geben wird.
Der Körper ist die Brücke zur Selbsterkenntnis, zur Selbstwahrnehmung, zur Selbstliebe, zur Selbsterfahrung und zum Anderen, zu Beziehung, Partnerschaft. Schließlich ist er auch die Brücke zur Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, Erotik, Lust, Geilheit und gelebter Sexualität. Dies kann nur der erfahren, welcher sich selbst fühlen kann, welcher die wundervollen Welten der Körperlichkeit, des Fühlens und Wahrnehmens in sich erfahren und erkundet hat. Sich in diesem seinem Körper frei bewegt und sich dem tiefen Respekt vor sich und seinem sinnlich-körperlichen Fühlen erschlossen hat. Wer mit offenen Herzen schließlich, mitfühlend und verehrend, an seinem inneren Altar ein Licht entzünden kann. Wer im Spiegel seinen Schein erkennt und sagen kann: „Ich sehe dich“. Da kommt zusammen, was zusammen gehört, und der Therapeut wird sich verbeugen und sagen: „In dir verehre ich meinen göttlichen Aspekt.“
Sexualtherapie: „Erfüllung“
Die Sexualität ist im roten oder auch linkshändigen Tantra der zentrale Aspekt des Seins eines Menschen und das „Fahrzeug“ zur Erleuchtung. In der Tat ist sie die Energie, welche neues Leben entstehen lassen kann, in das wiederum eine göttliche Seele einzieht, um seinen Weg durch das Leben zu gehen. Im Göttlichen der Frau oder des Mannes können wir Shakti oder Shiva erkennen.
Die Shakti, der weibliche göttliche Aspekt, ist das höchste Prinzip der tantrischen Verehrung. Sie ist die Urkraft des Universums, ewig währender und zauberkräftiger Urgrund allen Daseins, sie ist die Weltenenergie, ist gütig und wohltuend, bösartig und zerstörerisch. Shiva, der männliche göttliche Aspekt, verkörpert Zerstörung und Erhaltung, aber auch die Schöpfung und den Neubeginn. Beide zusammen in ihrer Göttlichkeit, als Shakti und Shiva, vereint in Geist und Materie, das Ego mindernd, erleben sie die letzte Wirklichkeit und erfahren Glückseligkeit im feinstofflichen Körper. Es meint die Vereinigung von all unseren Aspekten, von unseren Energien, vom Ausgleich von Yin und Yang.
Tantra nutzt die sexuellen Energielevel von Shiva und Shakti, dem Diamanten, der im Lotus steht, von Maithuna im Yab-Yum, zur vollkommenen Vereinigung der feinstofflichen Körper. Alle sind im Maithuna, der Vereinigung, kosmisch miteinander verbunden und bilden das energetische kosmische Welten-Netz. Daher heißt Tantra auch „weben“.
Die Sexualität ist das einzige Instrumentarium in unserem Leben, mit dem wir in die Tiefen unserer Seele vordringen, wir sie erfahren und nähren können. In nichts kommen wir uns selbst und unserem ursprünglichen Sein so nahe wie in der Nutzung der orgasmischen Stufen, welche sind:
1. Erweckung der Sinne
2. Erregung der Lust
3. Vereinigung
4. Orgasmus
5. Orgasmisches Plateau
6. Ekstase
7. Transpersonalität
8. Kosmische Vereinigung
(Diese 8 Welten sind keine Theorie, sie sind lebbare Realität, ich lebe sie)
Diese Stufen sind jeweils eigene Räume, die nacheinander zu erforschen und zu vereinnahmen sind. Das bewusste und absichtliche Nutzen, das freie Bewegen, das kreative Spielen, das individuelle Fühlen mit jeder einzelnen Stufe ermöglicht den Eintritt in die jeweils nächste Stufe, in der wiederum ansteht, sie für sich selbst zu vereinnahmen und zu nutzen. Dies ist ein sehr intensiver, praktischer und meditativer Weg zur inneren Reifung und Erkenntnis.
Doch die sexuelle, lustvolle und fühlende Praxis der Suchenden ist meist desolat. Oftmals ist das Leben an sich erfolgreich, aber die Sexualität mit ihrer ganzen Fülle wurde nicht entdeckt, nicht gelernt, nicht genutzt, nicht gelebt. Dies Erleben finge da an, wo das Wissen und die Praxis der Suchenden meist endet. Es wird in der Therapie von Grund auf neu gelehrt und gelernt, damit lustvolles Leben entstehen kann, in dem die Suchenden sich schließlich selbst nähren.
So sind die negativen Erfahrungen, das Nichtwissen und das Nichtgelebte, das Suchen und Finden Thema. Sie bedürfen praktischer Aufklärung, Erfahren und Nachlernen. Missbrauchserfahrungen verhindern die lustvolle Entwicklung eines Lebens von Grund auf. Die Selbstliebe und Selbstlust fehlen meist komplett, wie auch das spielerische kreative nährende Umgehen mit sich und Partnern. Hier braucht es „fühlendes Buchstabieren“, behütend, geborgen, begleitet und step by step in einem geschützten therapeutischen Rahmen.
Neue Wege des Settings:
Der TKPT-Therapeut verbündet sich mit der inneren Weisheit der Suchenden. So bekommen Suchende die Zeit zur Verfügung gestellt, welche sie für ihr Wachstum, Lernen und Erfahren brauchen. Sie entscheiden selbst, wie oft und wie viel an therapeutischer Begleitung sie brauchen. Sie zahlen – aus ihrer Selbstverantwortung für sich selbst heraus – die Therapie aus eigenen Mitteln. Es gibt weder eine Therapiebindung in der TKPT, noch eine zeitliche Reglementierung oder Begrenzung. Die Suchenden entscheiden dies für sich selbstverantwortlich. Der Therapeut geht eine sehr nahe und intensive Beziehung mit ihnen ein, welche sie von sich aus beenden, wenn sie genug gelernt und erfahren haben.
Nachlernen und Nacherfahren brauchen einen geschützten Rahmen, aber auch Zeit. So gibt es vor allem zeitintensive Angebote, in dem dies geleistet werden kann. Die Suchenden sollen aber nicht in einem therapeutischen Kokon verharren, vielmehr auch im Außen ihre Erfahrungen machen. So arbeitet die TKPT im Team, möglichst mit männlichen und weiblichen Co-Therapeuten, um beiden Energien gerecht zu werden. Die Suchenden gehen, neben den therapeutischen Interventionen, immer wieder – in Begleitung – aus der Therapiesituation heraus und begeben sich in tantrische, meditative, fühlende, sinnliche, körperliche, spielerische, lustvolle und dynamische Selbsterfahrung. Dies, um die persönliche Kompetenz im Umgang mit sich, ihrem Körper, ihrem Leben und mit anderen auszubauen und zu verfestigen. Sie gewinnen darin Erkenntnis, Klarheit, Selbstsicherheit, Erfahrung und Vielfalt, welche sich schließlich in ihrem Leben, aber auch in ihrem Umfeld spiegeln wird. Dies wiederum bestätigt die gemachten Lernschritte.
Nach jeder Therapieeinheit gibt es „Hausaufgaben“, d.h. ganz konkrete Aufgaben, Tätigkeiten, Veränderungen, Dinge, die nun dauerhaft im Leben und Alltag der Suchenden integriert und eingerichtet werden sollen. So fühlt sich das Leben, auch im Alltag, Stück um Stück besser an.
Erweiterte Anforderungen an die menschliche Qualifikation des Therapeuten:
Die Tantrische Körperpsychotherapie TKPT ist als “Therapeutisches Verfahren” patentiert. Daher braucht ein TKPT-Therapeut die Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie. Somit muss er Arzt für Psychotherapie, Heilpraktiker für Psychotherapie oder allgemeiner Heilpraktiker mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung sein. Was jedoch noch lange nicht heißt, dass er die persönliche Kompetenz des TKPT-Therapeuten hat, denn dies ist ein Lern- und Reifungsprozess der eigentlich nie aufhört.
Die Zusatzausbildung zum TKPT-Therapeuten dauert mehrere Jahre des Lernens und der Selbsterfahrung.
Wie heißt es im tantrischen Verehrungsritual? „In dir verehre ich meinen göttlichen Aspekt.“ In jedem Suchenden erkennt der Therapeut sich selbst, sein Suchen, sein Stolpern, seine Ängste, sein Scheitern, aber er erkennt im Suchenden auch das Göttliche und Verehrenswerte, die Fülle und die Vielfalt, welche in ihm selbst innewohnt. Seine göttlichen Aspekte spiegeln sich in den Suchenden wieder, indem er ihnen mit seinem ganzen Sein, mit seiner ganzen Seele und all dem, was er selbst erlernt und erfahren hat, zur Verfügung steht. Meist erkennen die Suchenden zu Beginn der Therapie noch nicht das Göttliche in sich. Doch der Therapeut muss in seiner Ausbildung und in seinem Leben selbst den Weg der Erkenntnis und Erfahrung gehen. Er wird in den Suchenden das Göttliche finden, er wird es verehren und wachsen lassen, er wird sie an die Hand nehmen und lehren.
So ist es selbstverständlich, dass es die üblichen Abgrenzungen, wie im klassischen therapeutischen Setting, nicht geben kann. Die Suchenden haben auch zwischen den Settings Möglichkeiten (z.B. Mail), um mit dem Therapeuten kostenlos in Kontakt treten zu können, damit sie der Therapeut weiter unterstützen kann. Der Therapeut lässt die Suchenden sehr nah an sein eigenes Leben und Lernen heranrücken. Er lässt sie Anteil haben an seinem Leben, so lange sie es brauchen und es für beide lehrreich ist. So stellt der Therapeut sein Wissen nur insoweit zur Verfügung, wie es ihm seine eigene Entwicklung und Weisheit erlaubt. Er ist authentisch und braucht die klassischen Abgrenzungen nicht.
Ebenso wird es bei den Suchenden eine Selbständigkeit von sich aus geben. Sie durften dem Therapeuten nah werden und er durfte lernen und wachsen. So können sie sich auch aus freien Stücken wieder lösen, wenn sie genug gelernt und erfahren haben und ihre Seele reif ist, um selbst zu gehen.
Der Therapeut ist mitfühlend, wenn auch nicht mitleidend, er ist selbst auf dem Weg zu seiner Göttlichkeit, er ist Lernender bei jedem Menschen, dem er begegnen darf. Er sieht seine Arbeit als einen Aspekt, um sich selbst in diesem seinem Leben zu erfüllen. Er ist selbst in der Ausbildung seinem Inneren begegnet, seiner Göttlichkeit, seinen Hürden, seiner falschen Moral, seinen anerzogenen Konditionierungen, seinen Ängsten. Er hat selbst in das Schwarz seines Abgrunds gesehen und kennt das Heulen und Zähneknirschen, er kennt die Feuer seines eigenen Leidens. Er ist seinem Fühlen begegnet in all seiner Schönheit und Vielfalt, er ist seinem Körper begegnet mit seinem Zauber und seiner Berührbarkeit, er hat sich offen und vertrauend, verstanden und geborgen, angenommen und geliebt gefühlt. Er ist seiner Lust und seiner Geilheit begegnet, seinem orgasmischen Tanzen und seiner Transpersonalität.
Der Therapeut lebt seine eigenen Bedürfnisse in seinem Privatleben aus und sorgt für sich. Auch lebt er seine Geilheit und seine Sexualität nicht mit den Suchenden, sondern er verehrt in sich diese Göttlichkeit mit dem Gottesdienst an sich selber, indem er sie in seiner Weise und mit den Menschen erfüllt, die sein Privatleben mit ihm teilen. Er begegnet den Suchenden als sexuelles und lustvolles Wesen, aber er lebt seine Bedürfnisse nicht mit ihnen aus.
Er lernt in jeder Begegnung, ist offenen Herzens, mit offenen Ohren hört er, mit weiten Augen staunt er über die Vielfältigkeit des Lebens der Suchenden. Er bleibt sein Leben lang ein Lernender. Er nimmt sein eigenes Leben so ernst, dass er es sich erfüllt. So ist er genährt, wenn er mit den Suchenden arbeitet und möglichst nicht im Mangel, so kann er geben, lehren und selbst lernen.
Für wen ist die TKPT nicht geeignet:
Um sich in den Entwicklungsprozess der TKPT hinein geben zu können, braucht es eine gewisse Ich-Stabilität und die Bereitschaft zur Eigenverantwortung und Aktivität. Daher können psychiatrische Patienten (Schizophrenien, Psychosen usw.) mit den Anforderungen der TKPT überfordert sein.
Ishta-Deva Iris Paul-Feußner
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Innenwelt-Verlag, Hardcover, 192 Seiten, 17,80 Euro
ISBN: 978-3-936360-25-7

